Peru

Zu viert machten wir uns auf den Weg in das ehemalige Großreich der Inka. Harry und Christian hatten die Idee und wir schlossen uns gerne an. Im Vorfeld hatte ich eigentlich recht wenig über die verschiedenen Kulturen in der Geschichte Perus gelesen. Doch während der Reise und den Besichtigungen mit unseren verschiedenen Guides, habe ich soviel über verschiedene Völker gelernt, wie nie zuvor auf einer Reise.

Lima – Die Hauptstadt war der Startpunkt. Eine deutschsprachige Reiseführerin zeigte uns die Stadt und in einem Museum hatten wir den ersten Kontakt mit früheren Kulturen. Abends waren wir vier alleine unterwegs und gingen in einem Restaurant direkt am Meer essen.

Refugio Amazonas – Morgens mußten wir schon wieder zum Flughafen. Wir flogen nach Puerto Maldonado, das im Tropenwald des Amazonas-Tieflandes am Rio Tambopata, einem Nebenfluss des Amazonas liegt. Mit dem Boot erreichten wir nach ca. 2 ½ Stunden das Refugio Amazonas. Es handelt sich hier um eine Ecolodge der Organisation Rainforest Expeditions, einer der führenden Anbieter von nachhaltigen Tourismus im Amazonas Gebiet. Nach traditioneller Bauweise der Ureinwohner und ausschließlich mit regionalen Materialien (Holz, Palmwedel, Wildrohr und Lehm) gebaut, besitzen die Zimmer nur Kaltwasser zum Duschen. Alle Zimmer verfügen über ein ganz spezielles Panoramafenster, das zum Regenwald hin offen ist und ein besonders „intensives Naturerlebnis“ garantiert. Wer weiß was uns da alles im Zimmer besucht hat. Die Lodge kommt völlig ohne elektrischen Strom aus. Eine gute Taschenlampe ist für jeden Besucher empfehlenswert. In den Gemeinschaftsräumen gibt es Strom bis 22 Uhr und ein Generator wird einmal am Tag eingeschaltet, um Batterien aufladen zu können.

Das Refugio Amazonas bietet verschiedene Exkursionen mit einem Guide zur Erkundung von Fauna und Flora an, da der Dschungel jedoch kein Zoo ist hört man oft die Tiere nur, ohne einen Blick auf Sie zu erhaschen. Wir machten mit Paula unserer Führerin ausgiebige Tageswanderungen auf angelegten Dschungelpfaden, Bootstouren, Vogelbeobachtungen vom 25 Meter hohen Canopy-Turm, Kräuter- und Heilpflanzenkunde auf einem Naturlehrpfad des Regenwaldes, besuchten eine Farm und eine Lehmlecke, die von Papageien und Sittichen aufgesucht wird. Der Aufenthalt hier war eine schöne Erfahrung, leider kam bei mir eine Erkältung auf und das Duschen mit kaltem Wasser war kein Vergnügen. Pünktlich zum Abreisetag kam Regen. Es schüttete so aus Kübeln, dass der Bootsanleger in Puerto Maldonado weggeschwemmt wurde und wir nur mit Mühe wieder an Land kamen. 

Ollantaytambo – Nach Cusco war es ein relativ kurzer Flug und unser Guide für die nächsten Tage nahm uns am Flughafen in Empfang. Wir besuchten einen Markt in Pisac, einem kleineren Ort und sahen zum ersten mal wie die kulinarische Spezialität Meerschweinchen angeboten wurde. Weiter ging es nach Ollantaytambo. Die letzte Stadt im Heiligen Tal der Inka liegt auf einer Höhe von rund 2792 m am Urubamba Fluss und weist eine Besonderheit auf, die sie einzigartig in Peru werden lässt: Teile der Altstadt stammen noch aus der Inka-Zeit und haben die Jahrhunderte hier relativ unbeschädigt überstanden. Als damals die Spanier die Inka aus Cuzco vertrieben, zogen diese sich hierhin zurück. Und davon zeugt nicht nur die Altstadt, sondern auch der riesige Inka-Komplex, der sich auf der bergzugewandten Seite von Ollataytambo befindet. Er setzt sich aus Tempeln und zahlreichen anderen Gebäuden zusammen. Aufgrund seiner dicken Mauern wird er auch oft Fortaleza (Festung) genannt. Um zur Festung zu gelangen, mussten wir eine Reihe von steilen Treppen erklimmen. Im Herzen der Festung steht der Sonnentempel, ein Gebäude, dass nie fertiggestellt wurde, aber mit der Mauer der Sechs Monolithen eindeutig das Eindrucksvollste von Ollantaytambo ist. Zur Festung gehören zahlreiche weitere Gebäude, manche davon sogar zweistöckig, sowie auch heute noch funktionierende Brunnensysteme zur Wasserversorgung.

Machu Picchu – Am nächsten Tag stand Machu Picchu auf dem Programm. Zuerst mit dem Zug nach Aguas Calientes, kurz im Hotel einchecken und dann mit dem Bus die Serpentinen hoch. Und da lag sie vor unseren Füssen auf einer Bergspitze, mitten in den peruanischen Anden, 2360 m hoch, die antike Stadt Machu Picchu. Ihr Anblick ist beeindruckend und überwältigend. Warum wurde diese Stadt erbaut? … Und warum gerade an diesem Platz?

War Machu Picchu das finale Inka-Refugium, königlicher Kurort oder Kultstätte? Ganz wird dieses Rätsel um die Inka-Stadt wohl nie gelöst werden. Von einem Volk innerhalb von 90 Jahren gebaut, zwischen 1450 und 1540, das weder das Rad noch Metallinstrumente kannte. Konstruiert wurde die Mehrzahl der Gebäude der Inka-Stadt aus Mauern variierender Größe, die aus aufeinander geschichteten, exakt in Form gebrachten Steinen bestehen.

Die Bausteine schmiegen sich ohne jeden Gebrauch von Mörtel so solide aneinander, dass sie die Jahrhunderte ohne Verschiebungen oder nennenswerte Abtragungen überstanden haben. Diese Bautechnik des Quader- oder Trockensteinmauerwerks war eine Spezialität der Inka-Architektur (nicht nur in Machu Picchu) und nicht zuletzt der hohen Erdbebenwahrscheinlichkeit in der Region geschuldet, denn Strukturen ohne Mörtel sind wesentlich erdbebenresistenter.

Eine perfekte Wasserversorgung mit Abwassersystem sorgte ständig für Frischwasser und dafür das die regengeplagte Stadt nicht überschwemmt wurde. Die in mehreren Schichten angelegten Terrassen auf denen Landwirtschaft betrieben wurde sind ein weiteres Beispiel für die fortschrittliche Baukunst und Architektur dieses Volkes. Nach der näheren Besichtigung der Stadt, sind wir zum „Inti Punku“, dem Sonnentor hoch gelaufen und hatten eine interessante Begegnung mit Lamas. Am Tor hat man den ersten Blick auf Machu Picchu, wenn man den Inca-Trail wandert. Petra ging es am folgenden Tag sehr schlecht. Ob es am Essen des Vorabends lag oder den Anstrengungen in der ungewohnten Höhe, keine Ahnung. Zum Nachmittag ging es ihr Gott sei Dank wieder besser und wir fuhren mit dem Zug nach Cusco.

Cusco – Abends kamen wir in Cusco an, einst das Herz des Inkareichs und heute für seine archäologischen Stätten und die spanische Kolonialarchitektur bekannt. Die charmante Stadt auf immerhin 3.416 m Höhe ist nicht nur selbst ein absolutes Must-See, Cusco gilt auch als idealer Ausgangspunkt für die zahlreichen Inka-Ruinen in der näheren Umgebung. Wir schauten uns Qenko, Puka Pukara und die imposanten Ruinen von Sacsayhuaman an.

Cusco ist eine faszinierende Mischung aus den Einflüssen der heutigen Quechua-Indianer und Zeiten der spanischen Kolonialisierung. So konnten wir hier alte Inka-Mauern neben prunkvollen katholischen Kirchen bestaunen. Als UNESCO Weltkulturerbe ist die Altstadt von Cuzco weitestgehend unverändert geblieben und konnte sich so ihren ursprünglichen Charme bewahren. Wie in vielen peruanischen, oder generell südamerikanischen Städten schlägt der Puls im Zentrum, der „Plaza de Armas“. Nur rund vier Blocks entfernt Qoricancha, der „Sonnentempel“ war die heiligste religiöse Stätte der Inka, und obwohl der Tempel von den Spaniern stark beschädigt wurde und sie einfach ihre Santo Domingo Kirche auf die Überreste gebaut haben, sind die Überreste der unteren Ebene immer noch einen Besuch wert.

Es stand ein Reisetag an, wir fuhren ca. 8 Stunden mit einer Buslinie von Cusco nach Puno, am Titicacasee. Unterwegs gab es Pausen bei einigen Sehenswürdigkeiten, wie die Inkastätte Raqch’i, Andenpasshöhe Abra La Raya und die Kirche San Pedro Apóstol de Andahuaylillas. Tja, dieses mal ging es mir sehr schlecht und es wurde im Verlauf des Tages immer schlimmer, starke Kopfschmerzen quälten mich unteranderem.

Am nächsten Morgen, nach viel Schlaf ging es mir viel besser. Fühlte mich noch ein wenig schwach aber ohne Kopfschmerzen. Petra hatte sich bestimmt viele Sorgen gemacht und war auch froh, dass ich wieder einigermaßen ok war. Jetzt freuten wir uns auf die Erholungstage am Titicacasee, die nach den anstrengenden Inca-Besichtigungen auch nötig war. 

Titicacasee – Der See liegt auf der Grenze zwischen Peru und Bolivien in den Anden und ist das höchstgelegene kommerziell schiffbare Gewässer der Erde. Er liegt auf einer Höhe von 3812 m über dem Meeresspiegel, ist 178 km lang und bis 67,4 km breit und hat eine durchschnittliche Tiefe von 107 m.

In der Bucht von Puno gibt es etwa 80 größere und kleinere schwimmende Inseln der Uros. Die heutigen Inselbewohner leben fast ausschließlich vom Tourismus. Da diese Inseln ein „Hauptmagnet“ in die Region Puno sind, versuchen die Uros an alle Besucher selbst angefertigte Souvenire zu verkaufen, wie Puppen und Boote aus Totora-Binsen bzw. von den Frauen gewebte bunte Decken, Tücher und Wandbehänge. Nach einem kurzen Vortrag über den Bau und das Leben auf den Inseln, wechselte das Ganze in eine solche Verkaufsveranstaltung. Die Situation wurde unangenehm, da man schon sehr bedrängt wurde etwas zu kaufen. Angenehmer empfand ich es auf der Insel Taquile. Auf dieser bergigen Insel wird Landwirtschaft auf Terrassenfeldern und Viehwirtschaft betrieben. Bekannt ist die Insel für seine Textilarbeiten. Frauen weben farbenprächtige Kleidungsstücke, Männer stricken mit typischen Mustern versehene Mützen. Für uns gab es noch eine „etwas irritierende“ Musik- und Tanzdarbietung und weiter ging es zu unserem eigentlichen Ziel. Auf der Isla Suasi, die einzige Privatinsel des Titicacasees, liegt das Hotel im Stil eines Landhauses mit 23 Zimmern und traumhaften Blicken. Wir verbrachten hier einige schöne, entspannte Tage, gingen Spazieren fuhren Kanu oder lagen einfach nur in der Hängematte und genossen den Tag.

Arequipa – Mit einem Motorschlauchboot wurden wir am Abreisetag ans Ufer gebracht, wo uns ein Fahrer abholen und nach Juliaca bringen sollte. Mit 2 stündigen Verspätung (wir wurden schon etwas nervös) kam er endlich und setzte uns in Juliaca am Busbahnhof ab. Über Nacht ging es mit einem bequemen Reisebus nach Arequipa.

Die Großstadt liegt auf 2.300 Metern Höhe in den Anden und wird ihrer Gebäude aus hellem Vulkangestein wegen auch die „Weiße Stadt“ genannt. Nahe bei Arequipa befinden sich drei Vulkane, Misti 5800 m, Chachani 6050 m und der kleinere Picchu Picchu, von denen der Misti noch aktiv, jedoch seit 250 Jahren nicht mehr ausgebrochen ist. Viele der Gebäude in der Innenstadt entstanden zur Zeit der spanischen Kolonialherrschaft. Wie auch die Kathedrale auf dem Hauptplatz, die Plaza del Armas. Ein weiterer sehenswerter Ort ist das Kloster Santa Catalina, das in seinem Baustil von verschiedenen Epochen geprägt ist. Das Kloster verfügt über eine große Anlage und ist fast eine Stadt in der Stadt. Kleine Gässchen und zahlreiche Gebäude locken den Besucher, erst seit 1970 ist es für die Öffentlichkeit zugänglich.

Nach den Touren mit unserem örtlichen Guide schlenderten wir noch durch die Stadt und landeten in einem Bistro namens „Pre Inca“. Hier wurde nach uralten Rezepten und Methoden gekocht und gebrutzelt. Wir tranken nur einen Kakao, mit dem schlechtesten Geschmack „ever“.  Aber der Wirt ließ uns auf sein begehbares Dach steigen, von dem man den besten Blick auf die Kathedrale und den Platz hatte.

Chiclayo – Vom Süden Perus flogen wir über Lima in den weniger touristisch erschlossenen Norden nach Chiclayo. Das spannende hier waren die Ausgrabungen beim „Tumbas Reales del Señor de Sipán“, dem ungeplünderten Grab eines Moche-Herrschers, sowie weiterer Gräber hochrangiger Mitglieder der Moche-Elite. Außerdem besichtigten wir noch die Pyramiden von Túcume. 26 Lehmpyramiden der Lambayeque-Kultur sind hier freigelegt worden. Die ob ihrer gewaltigen Ausmaße von 700 Meter Länge, 100 Meter Breite und 40 Meter Höhe Huaca Larga genannte gilt als größte Adobepyramide der Welt. Die Lambayeque bzw. die Sicán-Kultur drangen um 800 n. Chr. in das Machtvakuum vor, dass die Mochica nach dem Untergang der Moche-Kultur hinterlassen hatte.

Die Stadt Chiclayo selbst fand ich relativ langweilig. Ich fühlte mich auch nicht so richtig wohl hier und hatte nichts dagegen weiter zu reisen. An unserer Führerin Martha lag es übrigens nicht, sie war richtig nett und fürsorglich. Es ging mal wieder mit dem Bus weiter, das Ziel Trujillo.

Trujillo – Der koloniale Stadtkern Trujillos vereint in sich die meisten Sehenswürdigkeiten. Die Casa de la Emancipacion, die Iglesia y Monasterio del Carmen, die Plaza de Armas, die Kathedrale oder das Museo de Arqueologia liegen in angenehmer Laufdistanz. Die kräftigen Farbtöne der historischen Bauten sowie die Mischung aus andiner und kolonialer Architektur unterstreichen das besondere Flair dieses Stadt.

Vom Gebiet der Stadt Trujillo entwickelten sich mehrere präkolumbische Kulturen wie der Mochica und Chimú. Hier existieren zahlreiche archäologische Fundstätten von Bauwerken, wie der Tempel der Sonne und des Mondes im Süden der Stadt, der archäologischen Komplex El Brujo mit der Señora Cao im Norden. Westlich von Trujillo befindet sich Chan Chan, die Hauptstadt des präkolumbischen Chimú-Reiches.

Ein weiterer Ausflug ging zum Strandort Huanchaco. Ein beliebter Küstenhotspot zum Wassersport betreiben. Bei einem Rundgang konnten wir die Surfer beobachten. Hier sahen wir auch die „Caballito de Totora“ genannten, traditionell gefertigten Schilfboote.

Per Flugzeug reisten wir am letzten Tag der Reise morgens zurück nach Lima.

Unser Flieger Richtung Heimat ging erst am Abend, Christian und ich nutzten die Zeit und spielten eine Runde Golf in Lima. Der Platz lag mitten in der Stadt und wir mußten in Begleitung von Caddies spielen. Das Design und der Pflegezustand waren ganz gut. Hinterher haben wir vier zum Abschluss der Reise im Country Club Hotel Lima fein gespeist. 

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