Namibia

Nachdem wir mit „Chamäleon“ gute Erfahrungen gemacht hatten, ging es wieder mit diesem Reiseanbieter in ein entferntes Land. Knapp drei Wochen Namibia, mit einem kurzen Abstecher nach Botswana in den Chobe-Nationalpark und nach Simbabwe zu den Victoria-Falls lagen vor uns. Über Johannesburg flogen wir nach Windhoek.

Windhoek – Namibias Hauptstadt ist ein Kulturmix aus kolonialgeschichtlicher und zeitgenössischer Lebensart. Stadtbesichtigung mit der Christuskirche als Wahrzeichen, dem Tintenpalast, Parlamentsgärten und dem Jugendstil-Glanzstück, der historische Bahnhof. Zum Abschluss zeigte uns ein einheimischen Guide noch einen Markt. Am nächsten Morgen packten wir unseren Kleinbus und Abfahrt, unsere erste Begegnung mit der endlosen Weite Namibias wartete.

Naukluft-Berge – Die Berge liegen am Ostrand der Namib auf der Höhe von Sesriem und erheben sich durchschnittlich 1000 Meter über das Vorland, von wo aus sie als geschlossene Front erkennbar sind. Die höchsten Gipfel des Massivs liegen bei knapp 2000 m. 95% der Straßen in Namibia sind Staubpisten, dem entsprechend muß man ständig mit Bodenwellen und Schlaglöchern rechnen. Unser Fahrer und Guide erklärte uns während der Fahrt und bei Stops viel über die Geschichte und Natur Namibias. Angekommen in der „Little Sossus Lodge“, gefühlt mitten im Nirgendwo, gab es bei einem romantischen Sonnenuntergang einen „Sundowner“, frisch gemixt, auf einer Anhöhe zwischen den Felsen. 

Soussusvlei – Für mich der Höhepunkt der Reise: Namib, die älteste Wüste der Welt. Ganz früh morgens vor Sonnenaufgang machte sich unsere Gruppe auf den Weg zu den gigantischen Dünen am Sossusvlei, die zum UNESCO-Weltnaturerbe gehören. Unterwegs zum Vlei genoßen wir die morgendliche Stimmung in diesen farbintensiven Dünentälern. Die letzten fünf Kilometer bis ins Vlei legten wir in einem Allradshuttle zurück, da normale Fahrzeuge es mit den Sandmassen nicht aufnehmen können. Wir stapften durch die zauberhafte Dünenwelt und erklommen einen der bis zu 350 Meter hohen Sandberge. Sobald ich durch das Dead Vlei mit seinen über 500 Jahre alten abgestorbenen Akazien wandelte, wußte ich, dass es seinen Namen zu Recht trägt. Bevor wir den Park verliessen, erkundeten wir zu Fuß den Sesriem-Canyon. Am heutigen Tag war mein 50. Geburtstag und als ich oben auf der Düne stand und in die Namib-Wüste schaute, wurde ich ein wenig wehmütig. In der Lodge für die Übernachtung gab es zu meiner Überraschung eine Geburtstagstorte.

Flug Swakopmund – Sand und Meer, Kontraste pur! Mit zwei kleinen einmotorigen Flugzeugen flogen wir über die älteste Wüste der Welt an die Atlantikküste. Wir sahen die verlassenen Diamantenfelder, Robbenkolonien und die Gerippe von gestrandeten Schiffen. Walvis Bay, der größte Hafen Namibias wurde passiert und wir landeten schließlich in der Küstenstadt Swakopmund. War schon ganz schön schaukelig in so einer kleinen Maschine.

Der Reiseführer fuhr unseren Kleinbus die 360km hinterher und wir hatten Zeit für einen gemütlichen Kaffee und einen Rundgang. Man konnte viele Relikte aus der deutschen Kolonialzeit entdecken. Das Stadtbild des rund 44.000 Einwohnerinnen und Einwohner zählenden Ortes ist durch zahlreiche Kolonialbauten geprägt. Untergebracht waren wir im „Sea Breeze “ ein Gästehaus einer deutschen Auswandererfamilie.

Etosha-Nationalpark – Die Reise führte ca. 500km weiter über Omaruru und Outjo bis zum Etosha-Nationalpark. Das Gondwana Etosha Safari Camp war für die nächsten zwei Tage unser Zuhause. Das Hauptmerkmal des Parks ist die 4760km² große Salzpfanne. Wir machten im Etosha-Nationalpark zwei Pirschfahrten auf denen wir besonders an den wenigen Wasserstellen die üppige Wildtierpopulation beobachten konnten. Oktober ist Trockenzeit und es war trocken, sehr trocken!

Otavi-Dreieck – Das Dreieck liegt zwischen den Ortschaften Otavi, Tsumeb und Grootfontein im Nordwesten des Landes. In der Region gibt es mit 450mm – 600 mm Regen im Jahr verhältnismäßig viel Niederschlag und vor allem auch sehr viele Quellen. Durch den für namibische Verhältnisse überdurchschnittlichen Niederschlag gibt es hier sehr gute Möglichkeiten zur kommerziellen Farmerei mit Getreide und Mais, weswegen das Otavi-Dreieck im Volksmund auch Maisdreieck genannt wird. Wir blieben eine Nacht auf einer Gästefarm.

Okawango – Hinter Grootfontein passierten wir die »Rote Linie«, einen Veterinärzaun, der quer durch Namibia verläuft. Hier ändert sich das Landschaftsbild schlagartig von der für Namibia typischen unbewohnten Weite zu einem dichter besiedelten Gebiet mit vielen kleinen Dörfern sowie hohen Bäumen und Palmen. Auf der Weiterfahrt kommen wir an Rundu vorbei. Die zweitgrößte Stadt des Landes liegt am mächtigen Okawango, der eine natürliche Grenze zu Angola bildet. In der Nunda River Lodge, direkt am Fluss verbrachte die Reisegruppe die Nacht mit Blick auf die weite Flusslandschaft und die grunzende Abendunterhaltung der Flusspferde. Hier stand eine Bootsfahrt zu den Stromschnellen der Popafälle auf dem Programm.

Mudumu-Nationalpark – Weiter ging es durch den wasserreichen Caprivi-Zipfel bis zum Mudumu-Nationalpark. Der Nationalpark wird im Westen durch den Kwando, Grenzfluss zu Botswana, begrenzt. Der Park ist ca. 1000 km² groß und hat für Namibia teilweise eine sehr ungewöhnliche Landschaf: Flussläufe, Reetinseln und Marschen. Die Lianshulu Lodge, mitten im Herzen des Mudumu National Parks, liegt direkt am Ufer des Kwando River. In geräumigen, riedgedeckten Chalets mit Blick auf den Fluss fand wir für die nächsten Tage Platz. Die Lodge verfügte über einen weitläufigen Loungebereich mit Restaurant, Bar, offenem Kamin und Aussichtsdeck, das zum Verweilen einlud.

Chobe River Camp – Auf unserem Weg zur Chobe River Camp gab es einen Stop beim „Living Museum of the Mafwe People“. Das Lebende Museum bietet Besuchern einen interessanten Einblick in das Leben der Mafwe. Im Zentrum der Darstellung steht das Kennenlernen ihrer ursprünglichen Lebensweise und vorkolonialen Kultur im traditionell errichteten Dorf. Die Mafwe erklären leb- und beispielhaft und von einem der Guides wird ins Englische übersetzt. Viele der angebotenen Programme sind interaktiv und man kann sich beispielsweise im Flechten einer Reuse versuchen oder eine der angebotenen traditionellen Speisen probieren.

Die Zelte des Chobe River Camps standen direkt am Fluß und man hatte einen herrlichen Blick über den Fluss und die Landschaft dahinter. Wir unternahmen noch eine Kanufahrt, bevor wir nach dem Abendessen müde in unserem Zelt verschwanden.

Am frühen Morgen ließen wir noch einmal den Blick über die weite Flusslandschaft schweifen. Im Anschluss begaben wir uns auf den Weg nach Kasane, der uns bereits ein Stück durch den Chobe-Nationalpark führt. In Kasane stieg die Gruppe in offene Geländewagen um und es begann eine gut zweistündigen Safari durch den Chobe-Nationalpark.

Victoria-Falls – Heute erwartete uns das letzte Highlight unserer Reise. Wir besuchten die berühmten Victoria-Falls und staunten, wie der Sambesi sich mit tosendem Lärm über 100 Meter in die Tiefe stürzt. Wir nahmen uns für den Spaziergang auf dem Rundwanderweg ausgiebig Zeit, denn dort eröffneten sich immer wieder neue Perspektiven und Fotomotive. Der Wasser-Sprühnebel steigt in der regenreicheren Zeit bis zu 200 Meter in die Höhe und ist noch in weiter Entfernung zu sehen, weshalb die Wasserfälle von den Einheimischen »Mosi-oa-Tunya« genannt werden, was so viel wie »donnernder Rauch« bedeutet. Das UNESCO-Weltnaturerbe ist umgeben von tropischem Regenwald – ein wahres Naturparadies, das durch die Feuchtigkeit der immerwährenden Gischt existieren kann. Leider fühlen sich auch die Moskitos hier sehr wohl, meine Beine waren übersät mit Stichen.

Die Rundreise endete hier und eigentlich ging es am nächsten Tag vom örtlichen Flughafen wieder nach Hause. Petra und ich blieben aber noch zwei Tage länger vor Ort in der Ilala Lodge, die nur ein Spaziergang von den Fällen entfernt lag. Es war schon etwas merkwürdig auf einmal ohne Gruppe und Guide zu sein und alle Unternehmungen selbst zu organisieren. Wir gingen noch einmal zu den Victoria-Falls und machten eine Bootsfahrt auf dem Sambesi in den Sonnenuntergang, ein gelungener Abschluss einer wirklich tollen Reise. Einzig die langen, langen Fahrten zwischen den Stationen haben das Namibia-Erlebnis etwas getrübt. Mit der Gruppe kamen wir gut klar und der Guide hat seine Sache sehr gut gemacht, gute Organisation, interessante und wissenswerte Vorträge während der Fahrten und er war immer professionell.

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