Mallorca Serra de Tramuntana vom 27.05. bis 03.06.2017 mit Wikinger. Estellencs, gelegen an der Steilküste des Tramuntana Gebirges, fernab des Massentourismus. Tiefe Schluchten, schroffe Berghänge und dabei immer wieder der Blick auf das tiefblaue Meer.
Erster Tag, erste Wanderung, es ging vom Hotel in Estellencs aus nach Banyalbufar, ein malerisches Bergdorf. Sein Name bedeutet “kleiner Weingarten am Meer”. Bis zum Einfall der Reblaus im 19. Jahrhundert war die Gegend um Banyalbufar eine der wichtigsten Weinanbauregionen auf Mallorca – ihre Winzer belieferten unter anderem das spanische Königshaus mit ihrem Malvasier. Die Terrassenfelder für den Weinbau wurden bereits in der Anfangszeit des Ortes angelegt und prägen sein Erscheinungsbild bis heute. Unterwegs kamen wir am Strand Port de Canonge und den gleichnamigen Ort vorbei und machten eine Kaffeepause. Der Strand liegt direkt vor dem Ort, ist jedoch weitgehend naturbelassen.
Da wir am Nachmittag schon wieder zurück waren, hatten Petra und ich Zeit runter zur Cala de Estellencs zu spazieren. Vom Ort führt eine kleine Straße hinunter zur Felsenbucht. Ein kleines Restaurant und ein paar alte Bootshäuser schmücken die Strandkulisse. Die Bucht ist sauber, der Strand aus Kies und ein wenig Sand, allerdings auch an einigen Stellen sehr felsig. In der Hauptsaison und an Feiertagen kann es auch hier recht voll werden. Ansonsten geht es hier ruhig zu.
Direkt vom Hotel starteten wir am zweiten Tag Richtung Esporles und wanderten auf einem traditionsreichen Postweg. Zum Ende der Wanderung passierten wir das ehemalige Landgut La Granja, bevor wir das hübsche Bergdorf Esporles erreichten. Ein Bus brachte uns zurück zum Hotel, nachdem wir noch die Zeit für einen Kaffee und einen kurzen Einkauf hatten. Diese Wanderung war schon länger und anstrengender als die erste, ca. 6 Stunden Wanderzeit. Langsam lernte man sich in der Gruppe kennen und unsere Reiseleiterin und Wanderführerin Sabine konnte sich ein Bild über unsere Trittsicherheit und Kondition machen.
Wetteränderung am dritten Tag, es wurde regnerisch und wir zogen den Tag zur freien Verfügung vor. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln war es kein Problem nach Palma zu kommen und wir verbrachten dort einen netten erholsamen Tag auch wenn es etwas nass wurde.
Tag vier begann mit einer Busfahrt nach Esporles. Wir starteten vom lebendigen Ort aus unsere Tour, die uns auf alten Verbindungs- und Postwegen durch die Gärten und Landschaften von Esporles bis zu den Füßen des Teixmassivs führte. Unser Ziel war das charmante Städtchen Valldemossa.
Bei einem Rundgang durch den Ort mit seinen vielen kleinen Nebengässchen und verschlungenen Pfaden kann man, trotz der allgegenwärtigen Touristenströme, immer noch den verträumten Charme der Stadt erfahren. Der mediterrane Flair und das verschlafen wirkende, ursprüngliche Städtchen wirken heute ebenso magisch auf seine Besucher wie vor hundert Jahren. Der wohl bekannteste Besucher des Ortes ist der Komponist Frédéric Chopin, welcher gemeinsam mit der französischen Autorin George Sand den Winter 1838/39 hier verbrachte. Sand schrieb ihre Erinnerungen an diese Episode später in ihrem Roman „Ein Winter auf Mallorca“, welcher auch die Natur der Gegend in und um Valldemossa eindrücklich schildert, nieder. Sabine, unsere Wanderführerin laß des öfteren während der Busfahrten daraus vor.
Busfahrt auf die andere Seite des Galatzós nach Puigpunyent, einem kleinen in den Bergen gelegenen Städtchen. Wir wanderten am fünften Tag zunächst zu einer herrschaftlichen Finca. Hier gab es mittags ein landestypisches Picknick und eine längere Rast. Der Weg zur Finca war echt anstrengend, es ging bergauf, bergab. Einige aus unserer Gruppe nutzten das Angebot mit dem Jeep zurück gebracht zu werden. Der Rest und wir beide machten uns wieder zu Fuß auf den beschwerlichen Weg zurück. Am Fuß des Galatzós teilte sich die Gruppe noch weiter. Fünf Wanderer, unter anderem ich wollten noch den Gipfel erklimmen. Petra fühlte sich schon etwas kaputt und ging mit den übrigen und der Wanderführerin um den Berg zurück zum Hotel nach Estellencs. Oben angekommen konnten wir die Ausblicke auf die Westküste und die Ebene von Palma genießen.
Am letzten Tag, dem sechsten, hatten wir eine Wanderung in etwas offenerem Gelände mit grandiosen Ausblicken auf das Meer und die Dracheninsel. Wir wanderten oberhalb von Andratx vom Coll de Sa Gramola auf einem technisch einfachen Höhenweg, der durch Macchia und Zistrosen Felder zur Klosterruine Sa Trapa führt. Nach dem anschließenden anspruchsvollen Abstieg nach San Telmo hatten wir uns eine Pause am Strand verdient. Zurück ging es wieder per Bus.
Das war eine mega Woche! Sehr schöne abwechslungsreiche Wanderungen auf von Hauptwegen abseits liegenden Pfaden. Nette Leute verschiedenster Altersstufen, kleines ruhiges Hotel mit einfachem aber gutem Essen und eine wirklich tolle und erfahrene Reiseleiterin Sabine. Das war bestimmt nicht die letzte Wanderreise in der Serra de Tramuntana.