Hawaii, tropisches Inselparadies mitten im Pazifik. Durch die zahlreichen Filme und TV-Serien, die auf den Inseln spielen, hatte man so seine Vorstellungen. Erste Enttäuschung am Flughafen von Honolulu nach der Landung – keine Blütenketten für uns Neuankömmlinge. Naja, wären ja auch täglich verdammt viele verschenkte Ketten, aber bei „Magnum“ sah das immer so nett aus.
Oahu – Die Reisegruppe bestand aus 7 Teilnehmern, ein weiteres Paar, eine Dame und zwei alleinreisende Herren, sowie unsere Reiseführerin Birgitt. Man hatte sich schon auf den verschiedenen Flughäfen und Flügen gefunden und kennen gelernt. Aufgeteilt in zwei Autos machten wir am ersten Tag eine Inselrundfahrt auf der Ost-Seite Oahus. Der Diamond Head, von den Einheimischen Leahi genannt, ist ein Tuffsteinkrater, der mit seiner eckigen, charakteristischen Form Honolulu und Waikiki überragt. Das berühmte Wahrzeichen Oahus ist 231 Meter hoch und vom Kraterrand aus hat man einen der atemberaubendsten Blicke über Honolulu und den Süden Oahus – kein Wunder also, dass der Rundwanderweg der meist frequentierte auf der gesamten Insel ist. Auf dem Weg zum Kraterrand passierten wir Militärbunker und dunkle Tunnel aus der Zeit des I. und II. Weltkriegs bei dem etwa 40-minütigen Aufstieg. Am Nachmittag ging es endlich an den Strand. Der bekannteste Strande auf Hawaii ist mit ca. 3 Kilometer Länge, der Waikiki Beach. Leider wird der Strand mittlerweile von unzähligen Hotelketten und Shoppinggebäuden umrahmt und bietet so nicht mehr das, was man sich eigentlich unter einem Tag am Meer vorstellt.
Big Island – Nach nur zwei Nächten auf Oahu flogen wir nach Hilo auf Big Island. Der „Lava Trees State Park“ befindet sich südöstlich von Pahoa. Bei einer Wanderung entlang des 1,1 km langen Rundwegs durch das 7 ha große State Monument kamen wir an außergewöhnlichen Abdrücken erstarrter Lavabäume vorbei. Im 18. Jahrhundert begrub ein Lavafluss das Gebiet unter sich und bedeckte die Stämme von Ohiabäumen mit Lava, die erstarrten und so für die Ewigkeit konserviert wurden. Eine längere Wanderung unternahmen wir dann noch an der Süd-Ostküste der Insel zwischen und auf Lavafeldern.
Der Hawaii Volcanoes National Park erstreckt sich auf einer Fläche von 135 ha vom Gipfel des Maunaloa bis zum Meer. Ein 240 km langes Wegenetz lädt zu ausgedehnten Wanderungen durch Vulkankrater, wüstenartige Lavafelder und Regenwälder ein und führt an einem Museum, Felszeichnungen, einer begehbaren Lavaröhre und zwei aktiven Vulkane vorbei: dem Maunaloa, der 1984 zum letzten Mal ausgebrochen ist, und dem Kilauea, der seit 1983 ununterbrochen aktiv ist. Unsere Gruppe besuchte zwei mal den Nationalpark, einmal den ganzen Tag und einmal in den dunklen Abendstunden um leuchtende Lava zu sehen. Leider war der Halemaumau Krater in unserer Reisezeit nicht sehr aktiv und wir sahen keine Lava, sondern nur ein schimmern aus dem Kraterschlund.
Ein weitere Punkt auf unsere Liste waren die Akaka-Falls, bevor wir unseren Standort nach Kailua-Kona an der Westküste verlegten. Unterwegs stoppten wir am „Punaluu Black Sand Beach“, einer der berühmtesten schwarzen Sandstrände Hawaiis. Eingebettet zwischen den Städten Pahala und Naalehu in der Kau-Region, bietet das pechschwarze Ufer einen tollen Anblick. Kokosnusspalmen säumen den oberen Rand des Sandstrandes und wir konnten auch einige grüne Meeresschildkröte dabei beobachten, wie sie sich am Strand in der Sonne aalten. Der nächste Halt war ein Ort von großer historischer Bedeutung für die Hawaiianer die althawaiianische Tempelanlage „Pu`uhonua o Honaunau“. Das 0,7 Quadratkilometer große Areal beinhaltet sowohl die restaurierten Überreste der Hofanlagen der hawaiianischen Könige also auch einen „puuhonua“, einen Zufluchtsort für Gesetzesbrecher.
Das „Pololu Valley“ und die spektakuläre Nordostküste war das nächste Highlight. Die Täler der „Kohala Mountains“ gelten als die Wiege des alten Hawaiis. Wir stiegen hinab ins „Pololu Valley“, in dem heute nur noch wenige Bauern völlig abgeschieden leben. Am Nachmittag legen wir eine Badepause am traumhaften Strand des „Hapuna Beach Parks“ ein. Unser Hotel in Kona war übrigens ganz in der Nähe des offiziellen Schwimm-Startpunkts und Zieleinlaufes der Triathlon Weltmeisterschaften (Ironman Hawaii). Der Abschluss auf Big Island, war das „Schwimmen mit Delfinen“. Ein unbeschreibliches Gefühl sich zwischen diesen intelligenten und aus der Nähe ganz schön großen Tieren zu bewegen.
Maui – Die nächste Insel wurde angeflogen, Maui. Bei einem Abstecher in das berühmte Surferstädtchen Paia konnten wir ein paar Wellenreiter und Surfer am Ho`okipa Beach beobachten, aber es waren verhältnismäßig kleine Wellen und daher nicht viel los. Früh morgens ging es auf den berühmten „Hana Highway“, eine der spektakulärsten Küstenstraßen der Welt, wir fuhren bis zum gleichnamigen Ort Hana. Im „Waianapanapa State Park“ hatten wir die Gelegenheit für eine schöne Küstenwanderung. Ein Stück weiter wanderten wir den „Pipiwai Trail“, ein 6,5 km langer Weg im „Haleakalā-Nationalpark“. Die Wanderung führt hinauf zu den Makahiku Falls und den Waimoku Falls. Erst spät am Abend im Dunkeln kamen wir zurück ins Hotel.
Auf einen Ausflug in das alte Walfänger- und Plantagenstädtchen Lahaina sollte man nicht verzichten. Vor allem die hübschen Holzhäuschen und Kolonialbauten in der Front Street direkt am Meer sowie die bemerkenswerte Lage am Fuß der West Maui Mountains machen den Charme des Städtchens aus. Im 19. Jh war Lahaina der wichtigste Walfanghafen im Pazifik und König Kamehamea II. machte das Städtchen zum Sitz seines Hofstaates.
Am Abend vergnügten wir uns auf einem „Lahaina Luau“. Traditionelle hawaiianische Musik, unzählige Speisen und schmackhafte Getränke bei einem herrlichen Sonnenuntergang sorgten für einen gelungenen Abend. Die Hula Show ist das Herzstück der gesamten Veranstaltung. Jeder Tanz erzählt eine Geschichte, die die Entwicklung von Hawaii verkörpern sollte. Hier bekam ich auch endlich beim Betreten des Eingangs meinen hawaiianischen Blumen Lei um den Hals gelegt.
Der Haleakala-Krater erhebt sich über die Insel Maui und ist von überall aus zu sehen. Eine Naturgewalt in jeder Hinsicht. Dieser inaktive Vulkan liegt 3.055 m über dem Meeresspiegel und bietet eine atemberaubende Vielfalt an Landschaften und Himmelsbildern. Haleakala bedeutet auf Hawaiianisch „Haus der Sonne“. Petra war heute gesundheitlich leider etwas angeschlagen und verzichtete besser auf die sehr anstrengende Durchquerung des Vulkankraters zu Fuß. Die Gehzeit betrug ca. 7 Stunden für die rund 20 km. Wer die Mühe nicht scheute, wurde mit einer spektakulären, unwirklich erscheinenden Landschaft mit fantastischen Farben und botanischen Besonderheiten belohnt.
Am letzten Tag auf Maui hatte ich die Möglichkeit den „Plantation Course“ im „Kapalua Golf Resort“ zu spielen. Eine Anlage auf absolutem Top-Niveau. Sehr schön, das Petra mich begleitet hatte.
Kauai – Dies ist die älteste und am nördlichsten gelegene Insel Hawaiis und wird völlig zurecht auch die „Garteninsel“ genannt. Der erste Anlaufpunkt war das Naturschutzgebiet „Kilauea Point National Wildlife Refuge“ rund um den Kilauea Leuchtturm. In der grandiosen Steilküstenlandschaft der „Na Pali Küste“ wanderten wir auf dem Kalalau-Trail hoch über dem Meer mit fantastischen Ausblicken auf die wilde Küste und den Pazifik. Der Wailua River ist der einzige schiffbare Fluss Hawaiis. Wir machten zu fünft eine Kajaktour und versuchten einen versteckten Wasserfall mit Bademöglichkeit zu finden. Aber trotz der Wegbeschreibung des Kajakverleihers, ein aussichtsloses Abenteuer.
Ein anderer Ausflug führte uns zum „Waimea Canyon“, dem „Grand Canyon“ des Pazifiks. Die steilen Canyonwände mit ihrem unvergleichlichen Farbenspiel bilden eine eindrucksvolle Kulisse für unsere Wanderung. Mit so einem Naturschauspiel hatte ich auf Hawaii nicht gerechnet. Während der Wanderung gab es ein Picknick oberhalb eines Wasserfalls in einer spektakulären Umgebung. Am nächsten Tag sollten wir das ganze noch einmal von oben sehen. Mit einem Helikopter machten wir einen Rundflug über die Insel. Um besser sehen und fotografieren zu können, gab es leider keine Türen. Mir war ganz schön mulmig zumute und trotz des unwahrscheinlich schönen Anblicks der Insel war ich froh wieder am Boden zu sein.
Am Nachmittag besichtigten wir inklusive einem „Tasting“ die Kaffeeplantage Kauai Coffee. Dann fuhr die Gruppe zum Spouting Horn, einem Durchbruch im Lavagestein, durch den Wasser in Fontänen gen Himmel schießt. War nicht so spektakulär, wie es sich anhörte. Eine tolle Idee war das Grillen in einem öffentlichen Park bei unserem Hotel. Wir kauften lecker ein und machten uns einen schönen letzten Abend und liessen uns nur kurz vom zwischenzeitlichen Platzregen stören.
Dies war unsere erste aber bestimmt nicht letzte Gruppenreise mit völlig fremden Teilnehmern. Eine Teilnehmerin war „etwas nervig“, die beiden Alleinreisenden und das andere Paar dafür sehr sympathisch. Ingesamt fand ich unsere Hawaii-Reise mit den abwechslungsreichen wunderschönen Inseln super. Nur der Standart der Unterbringungen hätte gerne etwas höher sein dürfen.