Rom

Im März 2017 unternahmen wir mit Gaby & Christian eine Tour durch Italiens Hauptstadt. Wir wohnten in einem schicken kleinen Boutique-Hotel an der Basilica Papale Santa Maria Maggiore, fußnah zum Stadtzentrum.

Am Freitag angekommen unternahmen wir am Nachmittag einen Stadtrundgang. Erster Stop Trevi Brunnen auf der Piazza di Trevi vor dem Palazzo Poli. Er ist der größte Brunnen Roms und einer der bekanntesten der Welt. Beim ersten Anblick ist man erstaunt wie eng der Platz um den 26 m hohen und rund 49 m breiten Brunnen ist und wieviele Menschen sich hier aufhalten. Wenn der Brunnen geöffnet ist, werden täglich etwa 3.000 € hineingeworfen, da die Menschen der Tradition folgen, sich die Münzen über die Schulter zu werfen. Die Legende besagt, dass eine Münze, die in den Brunnen geworfen wird, eine Rückkehr nach Rom garantiert. Was viele nicht wissen, ist, dass die Münzen jede Nacht eingesammelt und an eine italienische Wohltätigkeitsorganisation namens Caritas gespendet werden.

Die Kirche Sant’Ignazio di Loyola liegt an der gleichnamigen Piazza di Sant’Ignazio di Loyola und ist besonders für die Fresken von Andrea Pozzo bekannt, einem Maler und Jesuitenfrater. Als Meister perspektivischer Scheinarchitektur wurde er berufen, um dem Mangel einer tatsächlich gebauten Kuppel durch illusionistische Malerei abzuhelfen. Der durchschlagende Erfolg der Kuppelmalerei führt nach deren Vollendung 1685 dazu, dass Pozzo beauftragt wurde, die gesamte Wölbung zu freskieren. Im Boden der Kirche markiert eine Marmorscheibe den Fokuspunkt der Perspektive, von dem aus sich die Scheinarchitektur der Malerei optisch korrekt entfaltet. Außerdem gibt es einen großen Spiegel über den sich die Decke bequemer betrachten läßt.

Nächste Sehenswürdigkeit – das Pantheon, es ist eines der bedeutendsten römischen Bauwerke, noch immer erstaunlich gut erhalten. Sehr lange Zeit hatte es die größte Kuppel der Welt und galt vielen Gebäuden weltweit als Vorlage. Von den Italienern wird das beeindruckende Bauwerk „La Rotonda“ (kreisförmiges Bauwerk) genannt und steht, passend dazu, auf dem Piazza della Rotonda. Die Geschichte, die Architektur und die sich daraus ergebende Imposanz zieht täglich zahlreiche Besucher zum und ins Pantheon. Und ein jeder ist überwältigt, spätestens wenn er den Innenraum des Pantheons betritt.

Auf der Piazza Navona, einem der schönsten und bekanntesten Plätze im Zentrum von Rom verweilten wir mit einem Aperol Spritz und schauten auf das lebhaften Treiben mit vielen Cafés, Restaurants, Straßenkünstlern und Porträtzeichnern. Kaiser Domitian ließ diesen Platz im Jahr 86 n. Chr. in der auffälligen langgestreckten Form anlegen. Diese Form dankt er seinem ursprünglichen Zweck als Stadion für Leichtathletikturniere (Circus Agonalis) mit Tribünen für 20.000 Zuschauer. Papst Innozenz organisierte in warmen Sommermonaten sogar die sogenannten „Wasserspiele“, bei denen der gesamte Platz unter Wasser gesetzt wurde. Nach dem Untergang des Römischen Reichs wurden am Standort der Tribünen Häuser gebaut, doch die langgestreckte Athletikbahn blieb frei und wurde so später zur Piazza Navona. Eines der interessanteren Bauwerke ist hier der Springbrunnen „La Fontana dei Quattro Fiumi“ von Bernini.

Am Samstag hatten wir eine Führung für uns vier durch den Vatikan und Petersdom gebucht. Die Zeit davor nutzten wir für eine Besuch der Basilica Papale di Santa Maria Maggiore direkt gegenüber unseres Hotels. Sie ist die größte der achtzig Marienkirchen Roms und wurde 432 im Auftrag von Papst Sixtus III auf dem Esquilin erbaut und ist eine der sieben Pilgerkirchen und eine der vier päpstlichen Basiliken Roms. Die anderen sind der Petersdom, San Giovanni in Laterno und San Paolo Fuori Le Mura.

Treffpunkt mit unserem Guide war auf dem Piazza San Pietro vor dem Petersdom. Nach ein paar ersten Erläuterungen über den Vatikanstaat ging es in die Vatikanischen Museen. Sie beherbergen nicht nur erlesene Kunstsammlungen und archäologische sowie ethnische Sammlungen, die die verschiedenen Päpste im Laufe der Jahrhunderte angesammelt haben, sondern auch einige der exklusivsten historisch und künstlerisch bedeutsamsten Orte der Papstpaläste. Vatikanstadt ist seit 1929 das geistige Zentrum der Katholischen Kirche und zugleich Residenz des Papstes. Der eigenständige Staat Vatikanstadt hat eine Fläche von nur 44 Hektar und verfügt über einen eigenen Sicherheitsdienst, die „Schweizer Garde“.

Natürlich waren wir auch in der Sixtinische Kapelle. Erbaut zwischen den Jahren 1473 und 1483, wird die Kapelle teils heute noch als wichtiger Versammlungsraum der katholischen Kirche genutzt. Hierzu zählt unter anderem die Wahl eines neuen Papstes, das sogenannte Konklave. Das absolute Wahrzeichen der beliebten Kapelle sind jedoch die atemberaubenden Malereien der Wände sowie der Decke, die als Meisterwerk der Renaissance gelten. Hierfür wurden einige der besten Künstler der damaligen Zeit beauftragt, darunter auch Michelangelo, Botticelli und Perugino.

Die Basilica di San Pietro in Vaticano oder auch einfach der Petersdom wurde zwischen 1506 und 1626 auf einer Kirche aus der Epoche des Kaisers Konstantin des Großen (324) erbaut. In jener Kirche befand sich laut Überlieferung das Grab des Petrus. Durch die lange Bauzeit haben verschiedene Architekten nacheinander am Petersdom gearbeitet, darunter Bramantes, Raffael, Antonio del Sangello, Michelangelo und Carlo Maderno. Viele der Dekorationen des Doms sind ein Werk Gian Lorenzo Berninis. Der Dom beeindruckt vor allem durch seine Größe , 136 m hoch und 186 x 123 m breit. Die Führung war sehr interessant gestaltet und machte mir eine Menge Spaß. Es waren aber auch viele Informationen und wir verliessen schon mit einem etwas schwirrenden Kopf den Petersplatz.

Auf unserem Weg zurück in die Innenstadt kamen wir an der relativ nahe beim Petersdom liegenden Engelsburg vorbei. Wir schauten sie uns nur von aussen an, da wir lieber am Sonntag vor dem Angelus-Gebet eine Begehung machen wollten.

Nach einem etwas längeren Spaziergang wurde die „Spanische Treppe“ erreicht. Sie wurde zwischen 1723 und 1726 im Rokokostil erbaut und führt von der Piazza di Spagna in Richtung der französischen Klosterkirche Trinita dei Monti. Die Treppe besteht aus 135 Stufen und drei verschiedenen Terrassen, die ein Hinweis auf die Dreifaltigkeit sind. Oben an der Treppe beim ägyptischen Obelisken haben Sie inmitten der Touristenmassen eine fantastische Aussicht. Der Name ist eventuell etwas verwirrend, da die Treppe im Auftrag der Franzosen (Ludwig XII) gebaut wurde. Im 17. Jahrhundert stand zu Füßen der Treppe auf dem Platz Piazza di Spagna, die spanische Botschaft, was zur Bezeichnung „Spanische Treppe“ führte. Der offizielle Name lautet übrigens Scalinata della Trinità dei Monti. Wir waren froh einen noch freien Tisch auf der Terrasse eines Cafés zu ergattern, endlich sitzen. 

Nachdem das Restaurant am ersten Abend nicht gerade die beste Wahl war, erwartete uns am heutigen Abend ein kulinarisches Highlight, ein Tisch im „La Pergola“ im Hotel Cavalieri Waldorf Astoria war reserviert. Hier ist das Reich von 3-Sterne-Chef Heinz Beck. Es ist das erste und einzige Restaurant in Rom, das diese Michelin Auszeichnung bekommen hat. Das Restaurant im 9. Stock des luxuriösen Cavalieri Waldorf auf dem Monte Mario begeistert auch mit einem umwerfenden Panoramablick über Rom und den Vatikan. Mir war das Ambiente ein wenig zu „plüschig“, aber das Menü war ausgezeichnet und wir verbrachten einen grandiosen Abend mit viel Wein.

Heute am Sonntag wollten wir die Chance nutzen den Papst mal live zu sehen. In der Regel betet der Papst jeden Sonntag um 12 Uhr von einem Fenster des päpstlichen Appartements aus das Angelus-Gebet mit den am Petersplatz anwesenden Gläubigen und richtet nachher eine kurze Ansprache an die Menge.

Auf dem Weg zum Vatikan besichtigten wir die knapp 2000 Jahre alte Engelsburg, die sich am rechten Ufer des Tibers. Errichtet wurde das einstige Mausoleum Kaiser Hadrians im Jahr 139 n. Chr. Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Festung zur Fluchtburg der Päpste, bis sie sich schließlich im Februar 1906 zu eines von Roms Museen zählen durfte.

Zum Pflichtprogramm in Rom gehört natürlich das Kolosseum. Das Amphitheatrum Flavium, erst später umbenannt in Kolosseum, ist das größte antike Amphitheater der Welt, Ort von Brot und Spielen und Gladiatorenkämpfen. Ein uraltes Zeugnis für Baukunst und grausame Spektakel, es bot Platz für 50.000 Zuschauer. Viele damalige Prinzipien der Gestaltung einer Arena werden auch heute noch beim Bau von Stadien eingesetzt. So konnte das Gebäude durch die ausgeklügelten Gänge in nur fünf Minuten evakuiert werden. Auf einer ellipsenförmigen Grundfläche erbaut, hat das Bauwerk einen Umfang von 527 Metern und eine Höhe von 48 Metern. Die runde Form wurde gewählt, damit Gladiatoren und gehetzte Tiere keine Ecke hatten, in der sie hätten Schutz suchen können. Es war schon ein beklemmendes Gefühl, wenn man da so steht und sich die damaligen grausamen Szenen vorstellt.

Der Boden unterhalb der Arena war ursprünglich nicht bebaut, nach Entfernung der Abdeckung aus Holzdielen, konnte er geflutet und Seeschlachten nachgestellt wurden. Später wurde unter der Arena ein System aus Räumen, Gängen und Versorgungsschächten gebaut. Hier warteten Gladiatoren auf ihren Kampf und die komplexe Bühnentechnik fand ebenfalls Platz: Denn es gab zahlreiche Falltüren, Rampen und Flaschenzüge für Showeffekte oder große Kulissen, die in den Innenraum gelangen mussten.

Direkt neben dem Kolosseum ging es weiter zum Forum Romanum. Im antiken Rom war es das gesellschaftliche, kulturelle, wirtschaftliche und politische Zentrum der Stadt. In nahezu jeder römischen Stadt gab es ein Forum. Das bekannteste und am besten erhaltene Forum ist jedoch das in Rom, welches als das Zentrum der Macht des gesamten römischen Weltreiches gilt. Heute sind vom Forum Romanum lediglich Ruinen übrig. Genauso wie das Kolosseum wurde es als Steinbruch genutzt, u.a. für den Bau des Petersdoms. Trotzdem sind noch zahlreiche Spuren des alten Forums vorhanden und der Glanz dieses Platzes in der Antike lässt sich ohne weiteres erahnen. Einige Monumente sind noch sehr gut erhalten, wie z.B. der Triumphbogen des Titus, der später übrigens als Vorbild für den Arc de Triomphe in Paris diente.

Petra und ich hatte noch gar keine Pizza gegessen, das holten wir auf der Piazza Navona nach dem Rundgang durchs Forum Romanum nach.

Ein klasse, langer Tag mit viel Geschichte ging zu Ende und wir schlenderten noch einmal durch die Innenstadt und suchten ein nettes kleines Restaurant mit guter einfacher italienischer Küche. Unsere Wahl fiel leider auf eine „Touristenfalle“ in der Nähe des Pantheon.

Montag war Abreisetag, aber erst später am Nachmittag. Wir schauten uns noch das Monumento Nationale a Vittorio Emanuele II an. Der monumentale Bau sticht schon hervor. Gewidmet ist er dem ersten König des neu gegründeten Italiens nach der Reichsgründungsbewegung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Prägend sind die großen Marmortreppen, die Säulen und vor allem die 12 Meter hohe Skulptur des Königs. Im Inneren befindet sich das Museo del Risorgimento mit einer Ausstellung zu den italienischen Unabhängigkeitskriegen. Das Monument mit seinem wuchtigen Baustil erzählt von vergangenen Zeiten mit einer nationalistischen Stimmung und wird deswegen nicht unbedingt von allen Römern geliebt. Doch vom Dach aus hat man an dieser zentralen Stelle einen wunderbaren Blick über Rom. An der Seite bringt ein Aufzug aus Glas die Besucher hinauf zur „Terrasse der Quadrighe“.

Hier oben auf dem Dach mit Blick auf Rom und seine Sehenswürdigkeiten, konnte ich noch einmal unseren Städtetrip Revue passieren lassen. „Rom war echt mega!“

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