6:10 Uhr, also „mitten in der Nacht“ ging der Flieger nach Mallorca. Eine geführte Wanderreise mit Wikinger vom 23.-30.09. 2023, zum dritten Mal in der Tramuntana im Westen Mallorcas, lag vor uns.
Unser Hotel „Es Port“ in Port de Sóller ist in einem alten befestigten Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert untergebracht und befindet sich mitten in Puerto de Sóller, am Fuße der Sierra de Tramuntana. Das eindrucksvolle Hotel ist von einer hübschen 40.000 m² großen Gartenanlagen mit regionaltypischer Vegetation umgeben.
Die Zimmer verteilen sich auf unterschiedliche Gebäude und wurden vor Kurzem renoviert, wobei unser Bad, speziell die Duschwanne, „etwas gewöhnungsbedürftig“ war.
Durch den frühen Hinflug hatten Petra und ich einen entspannten ersten Tag, konnten „in Ruhe ankommen“ und die Umgebung erkunden. Das Wetter hätte nicht besser sein können, blauer Himmel 26°. Den ersten Aperol Spritz mittags auf der Uferpromenade genossen wir genauso wie den Jamón Ibérico, lecker aber teuer. Nur die Pizza war nicht so toll, hätten wir weg lassen sollen.
Abends war dann das Kennenlernen unserer Guide Nicole und der anderen „Wikinger“ angesagt. Die Gruppe bestand wieder hauptsächlich aus alleinreisenden Damen. Zwei weitere Ehepaare und ein Herr vervollständigten die Gruppe.
Sonntag – Die erste Wanderung begann in Puerto Sóller und führte über Binibassí nach Fornalutx. Über Biniaraix stiegen wir hinab in das lebendige Städtchen Sóller. Unterwegs gab es eine Besichtigung mit Verkostung der Olivenölmanufaktur „Can Det“, die noch nach alter Tradition Olivenöl herstellt. Nach 12 km ging es zurück mit dem Orangen-Express, einer historischen Straßenbahn, die von Sóller nach Puerto Sóller fährt.
Entspannter Auftakt ohne lange Anstiege.
Montag – Mit dem Bus wurde die Gruppe am zweiten Wandertag zum Wasserspeicher oberhalb des Cúber Stausees gebracht. Es ging über 9 km durch die spektakuläre Berglandschaft durch das Hochtal Son Torrella zum Coll de L’Ofre. Petra wird immer trittsicherer auf diesem unwegsamen Gelände und läuft ein gutes Tempo. Nach kleineren An- und Abstiegen mit schönen Ausblicken auf die Küste, machten wir mittags ein Picknick. Der Weg zum Abholpunkt des Buses ging entlang des Cúber Stausee mit Blick auf den Puig Major und zog sich etwas, aber es war insgesamt ein gelungener Wandertag. Ich mag diese steinige karge Landschaft in den Bergen.
Vorm Abendessen gab’s für uns Beide immer einen „kleinen“ Aperitif auf der herrlichen Terrasse in der Abendsonne.
Dienstag – Na toll, Halsschmerzen! Am nächsten Tag machte sich der Beginn einer Erkältung bemerkbar. Wir machten eine Fahrt in das Künstlerdorf Deiá, einem der interessantesten Orte der Insel. Kurzer Besuch der Cala Deiá mit Bad im Meer, wer wollte. Dann führte die Wanderung auf dem alten Briefträgerweg über die Finca Son Mico, mit Kaffee und Tarte zurück nach Port de Sóller. Langsam lernte man einzelne Personen in der Gruppe besser kennen und erfuhr so manches interessante Detail aus Ihrem Leben. Aber mit den meisten wurde ich nicht so richtig „warm“ und ich hatte auch kein großes Interesse daran mich mit ihnen zu unterhalten.
Längste Wanderung mit 14 km, Nase fing auch an zu laufen, fühlte mich zwar noch fit aber Füße und Beine waren doch „platt“ und ich war froh wieder im Hotel zu sein.
Mittwoch – Eigentlich der freie Tag, aber Nicole unsere Guide bot einen kurzen Trip zur Küste und zum Piratenturm oberhalb von Port de Sóller an. Toller kleiner Trip, mit herrlicher Aussicht aufs Meer. Nicoles Hund war auch dabei, erstaunlich wie flink und sicher er sich über die scharfkantigen und spitzen Küstenfelsen bewegte.
Leider war ich jetzt richtig krank und ich fühlte mich stündlich schlechter, sodas ich die Führung durch die altertümlichen Räume des Hotels und das anschliessende Abendessen verpasste.
Donnerstag – Nichts ging mehr! Fühlte mich beim Frühstück echt sch… und musste die heutige Wanderung absagen. War echt schade, soll eine schöne Wanderung mit abschliessender Bootsfahrt gewesen sein! Es ging vom Aussichtspunkt Mirador de Ses Barques über die Finca Balitx d’Aval und den Panoramaküstenweg Sa Coster zur Cala Tuent, 14 km.
Ab Mittag ging es mir aber wieder besser. Petra wollte mich nicht alleine lassen und hatte auch abgesagt, so verbrachten wir einen ruhigen schönen Nachmittag im Ort.
Freitag – Am letzten Tag fuhren wir zur Finca Son Marroig, die zwischen Deyá und Valldemossa liegt. Dort besichtigten wir das ehemalige Landgut des Erzherzoges Ludwig Salvator, in dem bereits Kaiserin Sissi zu Besuch war. Anschließend ging es über die Ermita de la Trinidad der Küsten entlang nach Valldemossa. Mir ging es schon wieder viel besser und die Strecke stellte kein Problem da, war auch mit 6,5 km nicht weit.
Nicole zeigte ein paar Highlights der Stadt. Petra und ich trennten uns von der Gruppe und suchten uns ein Platz auf der Terrasse eines Bistro, hatte irgendwie Lust auf ’ne Pizza. Man war „die“ schlecht! Voll die Touristenfalle, aber selbst schuld, sah man eigentlich schon vom Weiten.
Fazit – War ’ne tolle Woche mit traumhaften Wetter, abwechslungsreichen, schönen Wanderungen und einem stilvollen historischen Hotel, mit wunderbarem Ambiente. Nicole machte ihren Job großartig, sie ist eine der besten, wenn nicht sogar die beste Reiseführerin, die wir bis jetzt hatten.
Das Abendessen war „naja“ aber ok, Zimmer fand ich auch in Ordnung bis auf die Duschwanne, die war eine „Katastrophe“. Die Gruppe war angenehm, mit einem guten gleichmäßigen Tempo beim Wandern, aber die meisten interessierten mich nicht weiter. Zu zwei drei Mitreisenden hatte ich einen ganz guten Draht, besonders mit „Gerd“ habe ich mich viel unterhalten.
Mal schauen wie die nächste Wikinger-Wanderreise wird.