Madrid

Im März, genauer gesagt vom 18.03. – 21.03. 2016 besuchten wir zu viert, die königliche Hauptstadt Spaniens – Madrid. Die Stadt mit ihren 3,3 Millionen Einwohnern, befindet sich im Zentrum Spaniens auf 667 m über dem Meeresspiegel und ist damit die höchstgelegene Hauptstadt der Europäischen Union. Sie zeichnet sich durch elegante Boulevards, große, gepflegte Parkanlagen aus und ist für ihre Sammlungen europäischer Kunst wie das Museo del Prado bekannt.

Da wir erst am Freitagabend ankamen, unternahmen wir nicht mehr viel. Kurz im Hotel eingecheckt und dann mit einem Riesenhunger ab in eine Tapasbar. Am nächsten Morgen unserem richtigen 1. Tag starteten wir erst einmal mit einem Churros Frühstück in der Chocolateria de San Ginés. Die Chocolaterie, die als die berühmteste der Stadt gilt, bietet seit 1894 Einheimischen und Besuchern die traditionelle Schokolade mit Churros an. Schon von Anfang an machte sich das Lokal, mit traditionellen Tischen aus weißem Marmor und einem mit Fliesen verkleideten Tresen dekoriert, einen Namen, war es doch der Ort, an dem das Theaterpublikum nach der Vorstellung eine Schokolade mit Churros, einem typisch spanischen Fettgebäck, zu sich nahm. Wer’s mag, für mich war schell Ende.

Erster Anlaufpunkt bei unserem anschließenden Rundgang durch die Innenstadt war die zentral gelegene, belebte Plaza de la Puerta del Sol. Sie ist eines der Wahrzeichen Madrids. Auf diesem halbkreisförmigen Platz fließen mehrere historische und stark befahrene Straßen zusammen: Mayor, Arenal, Alcalá und Preciados. Hier stehen auch einige der repräsentativsten Symbole der Stadt. Eins ist die berühmte Uhr an der Casa de Correos (dt. Postamt), Sitz der Stadtverwaltung Madrid. Vor der Eingangstür, befindet sich der Null-Kilometerstein, der die Hauptnationalstraßen Spaniens, die sich sternförmig von Madrid aus über das gesamte spanische Festland erstrecken, anzeigt. An der Puerta del Sol steht auch die Statue El Oso y el Madroño (dt. Der Bär und der Erdbeerbaum), ein beliebter Treffpunkt, an dem sich auch das Stadtwappen befindet. Unterwegs kamen wir am offiziellen Real Madrid Store vorbei und ich nutzte die Gelegenheit mir ein original Trikot mit meinem Namen zu kaufen. Die Verkäuferin schaute etwas verdutzt, als sie den Namen Kroos auf der Kreditkarte las.

Das Museo Nacional del Prado ist die unbestrittene Perle an der Madrider Kunstmeile. Las Meninas von Velázquez, Die Erschießung der Aufständischen am 3. Mai 1808 und die schwarze Malerei von Goya sind sicher die herausragendsten Werke, doch erwarten den Besucher in den endlosen Galerien und Sälen noch viele weitere Werke spanischer, italienischer, flämischer und deutscher Meister. El Greco oder Dürer, Bosch oder Rubens – die wertvolle Sammlung des Prado ist mit über 8.600 Gemälden und 700 Skulpturen so umfangreich, dass man seinen Museumsbesuch vorab bestens planen sollte. Wir hatten uns von zu Hause aus eine Kunstkennerin gebucht, die uns durch das Museum führte.

Nach dem Prado ging es zum Park El Retiro. Vor dem Park liegt der Bahnhof Puerta de Atocha, der seit seinem Umbau aus zwei Bereichen besteht. Der neue widmet sich dem Eisenbahnverkehr, während im alten Büros, ein Shopping- und Freizeitcenter mit einem tropischen Garten, in dem über 7000 Pflanzen 400 unterschiedlicher Arten wachsen, sind.

Mit seinen 125 Hektar und mehr als 15 000 Bäume ist der Park El Retiro eine grüne Oase mitten im Stadtzentrum Madrids. Er gehört zum Welterbe der UNESCO und bietet den Bewohnern und Besuchern der Stadt auch Kultur-, Freizeit- und Sportmöglichkeiten. Zu seinen wichtigsten architektonischen und historischen Elementen gehören: der Estanque Grande, der große Teich, der Palacio de Velázquez und der Palacio de Cristal, die beide als Ausstellungsräume genutzt werden. Der Palacio de Cristal, ein romantischer Pavillon der 1887 entstand, ist eines der wichtigsten Vertreter der spanischen Eisenarchitektur.

Plaza de Cibeles, Gran Via und einige andere Sehenswürdigkeiten standen noch auf unserem Programm, bevor wir von der Dachterrasse einer Bar den Blick auf Madrid von oben genossen und eine Pause einlegten.

Am Abend hatten wir einen Tisch bei Ramón Freixa reserviert. Sein Restaurant ist Teil des exklusiven Hotels Único im Barrio de Salamanca. „Die Küche Freixas basiert auf Produkt und Perfektion, auf authentischen Aromen voller Anklang an Tradition, präsentiert mit moderner Optik und innovativen Zubereitungsverfahren“. Kurz gesagt, war echt lecker!

Der 2. Tag begann mit einem Spaziergang durch das Stadtviertel Palacio. Hier stehen die prachtvollen Gebäuden aus Madrids Geschichte dicht an dicht. Über den Plaza de Oriente, ein wunderschöner Platz mit viel Charme, gelegen in der Altstadt von Madrid, erreichten wir den Palacio Real. Königliche Residenz von der Zeit Karl III. bis Alfons XIII., bietet uns der Madrider Königspalast eine Reise durch die Geschichte Spaniens. Obwohl er von den heutigen Monarchen nicht bewohnt wird, ist er doch die offizielle Residenz der Könige. Der Barockbau wurde ab 1735 durch König Philipp V. vom Hofarchitekten Filippo Juvarra errichtet. Mit 135.000 Quadratmetern Grundfläche und 3.418 Räumen ist es das größte königliche Schloss in Europa. Nach der Besichtigung des Schlosses ging unser Rundgang durch Madrid weiter, nächster Stop Templo de Depot. Madrids ägyptischer Tempel aus dem 2. Jh. v. Chr. steht im Park des Cuartel de la Montaña unweit der Plaza de España. Der Tempel ist ein Geschenk der ägyptischen Regierung an Spanien. Er wurde so beim Bau des Assuan-Staudamms davor bewahrt, im Nassersee zu versinken.

Wir schlenderten weiter durch die Gassen, machten Mittag in einem Straßenlokal und genossen die Zeit. Irgendwann standen wir auf der Plaza Major. Dieser Kolonaden umsäumte Platz stellt das Herz der Altstadt und eines der charmantesten Stadteile dar. Bevor Madrid zu der von großen Alleen durchzogenen Hauptstadt wurde, bestand der Stadtplan aus kleinen Straßen und Gassen. Die Plaza Mayor wurde auf den Grundmauern des ehemaligen Arrabal-Platzes gebaut, auf dem sich Ende des 15. Jh. der meistbesuchte Markt der Stadt befand. Wir ergatterten noch einen Tisch in einem Café und schauten dem bunten Treiben aus Touristen, Straßenkünstlern und sogar Trickdieben zu.

Zum Abendessen trafen wir uns mit Gabys Chef und seinem Lebenspartner. Die Beiden verbrachten auch gerade das Wochenende in Madrid. Wir gingen ins Street XO, das zwangloseste Projekt des Dreisternekochs Dabiz Muñoz. Das von asiatischen Garküchen inspirierte Speisenangebot umfasst orientalische Küche und Fusionsküche. Es handelt es sich um ein neues Streetfood-Konzept, dessen dynamischer Charakter in der Gestaltung des Lokals zum Ausdruck kommt und in originellen kulinarischen Anregungen. Beim Warten in der Schlange auf einen Tisch bekommt der Besucher einen Cocktail, der die Wartezeit bis zum Einlass etwas angenehmer gestaltet. Der Abend im Street XO war echt „abgefahren“, aber mega gut, laute Techno Musik, krasse Einrichtung, leckere Cocktails und fantastisches Essen.

Heute am 3. Tag ging es am Nachmittag wieder nach Hause. Wir schauten uns in der restlichen Zeit in Madrid noch ein paar Sachen an, wie zum Beispiel den vertikalen Garten des Caixa Forums. Am Nachbargebäude einer gewagten architektonischen Zusammenstellung, bedeckt ein Garten die gesamte Seitenwand des Nachbargebäudes.

Dann waren wir im Real Jardin Botánico. Der Botanische Garten ist durch drei stufenförmig aufeinanderfolgende Terrassen gegliedert. Er beherbergt Pflanzen aus Europa, Amerika und dem Pazifischen Raum und ist heute eine Forschungseinrichtung des. Im Garten sind etwa 5000 verschiedene Arten von Bäumen und Pflanzen aus aller Welt zu sehen.

Die beiden KIO-Türme sind ein Wahrzeichen der madrilenischen Skyline. Die beiden Gebäude, die offiziell “Puerta de Europa” heißen, können nur schwerlich übersehen werden. Wegen ihrer Lage direkt an der Plaza de Castilla, wegen ihrer Höhe (115 Meter) und wegen ihrer Bauart: Zwei symmetrische, schiefe Türme paralel zur Avenida de la Castellana, die eine Art futuristisches Tor bilden.

Das Estadio Santiago Bernabéu, Heimspielstätte von Real Madrid, befindet sich in der Nähe, so konnten wir es uns wenigsten mal von außen anschauen.

Die letzten Stunden verbrachten wir in der Markthalle San Antón Market mitten in Chueca. Er steckt voller Überraschungen und ist einen Besuch wert. Der ursprünglich aus dem 19. Jahrhundert stammende und schließlich abgerissene Bau  wurde 2011 wieder aufgebaut und ist heute ein modernes Gebäude mit Bereichen sowohl für den Einkauf von Lebensmitteln als auch für die Gastronomie.

Fluglotsenstreik – so ein verdammter Mist! Nach mehrstündigem Stehen in Wartschlangen am Flughafen und im zugewiesenen Hotel, ging es erst am nächsten Morgen zurück nach Deutschland. Aber statt in Hamburg landeten wir in Berlin, also Mietwagen geholt und ab auf die Autobahn Richtung Zuhause.

Trotz der katastrophalen Rückreise war es ein tolles Wochenende. Madrid hat mir wirklich sehr gut gefallen.

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